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Storytelling by the sea

„Flaschenpost“, so heißt unsere Newsletter-Rubrik, die unseren Abonnenten Tipps für Freizeit und Unterhaltung bietet. Doch was hat es mit diesem altertümlichen Medium eigentlich auf sich? Immerhin beflügeln ans Ufer geschwemmte Behältnisse mit mal mehr, mal weniger rätselhaften Botschaften die Phantasie schon seit Schifffahrtsgedenken. Auch unser schöner Rhein erzählt auf diese Art immer wieder neue Geschichten. Dabei dienten die schwimmenden Kassiber ursprünglich der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung...

Am Anfang war die Neugier

Eine der ersten verbürgten Flaschenposten warf der griechische Philosoph Theophrast, ein Schüler des Aristoteles, bereits vor etwa 2.300 Jahren in die Fluten. Die verschlossenen Krüge, die er der Ägäis übergab, sollten Aufschluss über den Strömungsverlauf im Meer geben. [1] Heute erledigen dies sogenannte „Drifter“ und „Floater“. Die autonomen Messstationen treiben über die Weltmeere und liefern Satelliten exakte Daten wie z.B. Strömung, Temperatur, Salzgehalt und andere. Auch Christopher Columbus nutzte das archaische Medium, als er nach der Entdeckung Amerikas unvermittelt in schwere See geriet. Und zwar im Wortsinne des Storytellings: Aus Angst, dass seine Erfahrungen mit ihm und seiner Mannschaft untergingen, schickte er seine niedergeschriebenen Erlebnisse in einem versiegelten Holzfass auf die ziellose Reise. Glücklicherweise konnte er die Geschichte höchstpersönlich überbringen. Queen Elisabeth I. hingegen fürchtete die in Mode gekommene Flaschenposterei sogar. Um zu verhindern, dass geheime Informationen in falsche Hände geraten, installierte sie einen „Uncorker of Ocean Bottles“, der allein das Recht hatte, an Land geschwemmte Flaschenpost zu öffnen; Zuwiderhandlungen wurden streng bestraft.

Geheimnisvolle alte Welt

Ob es an der teilweise langen „Übertragungsdauer“ liegt – die vermutlich älteste Flaschenpost wurde 1886 in den Indischen Ozean geworfen und erst nach 132 Jahren an der australischen Küste entdeckt – oder an der Zufällig- und Ziellosigkeit, mit der sich dieses Medium seinen Empfänger sucht: Ihre Botschaften, nicht selten kurz und rätselhaft, regen unsere Phantasie an und öffnen das Kopfkino. Die vielen Fragen, die die geheimnisvollen Dokumente eines individuellen Lebens aufwerfen, entfalten eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Nicht zuletzt, weil sie in krassem Kontrast zu unserer heutigen Medienlandschaft stehen, in der alles bis ins letzte Winkelchen beleuchtet werden kann. Flaschenposten erzählen uns bruchstückhaft Geschichten, die wir selbst (er-)finden müssen. Genau das hat Joachim Römer zu seinem Thema gemacht. Seit Jahren durchstreift der Kölner Künstler das Rheinufer auf der Suche nach gestrandeten Geschichten. Die Fundstücke sind in Glas, Luftballons, Filmdöschen oder Plastik gepackte Nöte, Sehnsüchte, Hoffnungen, Ängste: Liebesbeweise, Gebete, Aufrufe zum Dschihad, Abschieds- und Trostworte, Beipackzettel schwerer Psychopharmaka. In ihnen sieht Römer den Wunsch nach einem Gegenentwurf: „Ich glaub, dass es `ne große Sehnsucht danach gibt, dass endlich mal Ruhe ist, dass Ruhe in dieses durchgetaktete Alltagsleben kommt. Und da so‘n Stückchen Geheimnis wieder reinzubringen, ein Stückchen Märchenhaftes, ein Platz für die Sehnsüchte, (...) ist der Grund, warum Menschen das machen.“ [2] 

Lassen Sie sich treiben

Also lautet die Kommunikationsprofi-Empfehlung des Sommers: Machen Sie doch mal einen erwartungslosen Spaziergang an unserem schönen Rhein in und um Mainz. Lassen Sie sich einfach treiben und gehen Sie gesenkten Blicks auf Flaschenpost-Entdeckungsreise. Spannende Geschichten liegen Ihnen zu Füßen und wollen erzählt werden.

 

[1] https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/1135233/die-geschichte-der-flaschenpost-1 
[2] http://www.unterblicken.de/bilder/F3_bi%20orf.pdf

 

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Kathrin Hellwig

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